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Baumkrankheiten & Schädlinge

Ratgeber für Baumbesitzer in Solingen und dem Bergischen Land

Viele Baumkrankheiten bleiben lange unsichtbar – und manche werden erst gefährlich, wenn niemand hinschaut. Hier finden Sie die wichtigsten Krankheiten und Schädlinge, die uns bei Kontrollen im Bergischen Land regelmäßig begegnen: woran Sie sie erkennen und was dann zu tun ist.

Eichen­prozessions­spinner

Betroffene Bäume: Eichen

Die Raupen des Eichenprozessionsspinners (Thaumetopoea processionea) sind ab Mai in charakteristischen „Prozessionen“ am Stamm unterwegs und bauen dichte, weiß-graue Gespinstnester an Stamm und Astgabeln.

  • Gespinstnester an Stamm oder Astgabeln
  • Raupenzüge in Reihen („Prozessionen“)
  • Kahlfraß beginnend in der Kronenspitze

Wichtig: Die feinen Brennhaare der Raupen lösen schon bei Luftkontakt Hautausschläge, Augenreizungen und Atembeschwerden aus – auch alte, verlassene Nester bleiben gefährlich. Nähern Sie sich Nestern nicht und entfernen Sie sie keinesfalls selbst. Die Beseitigung gehört in fachkundige Hände mit Schutzausrüstung und Absaugtechnik.

Raupenprozession und Gespinstnest des Eichenprozessionsspinners an einer Eiche

Rußrinden­krankheit

Betroffene Bäume: Ahorn, vor allem Bergahorn

Die Rußrindenkrankheit (Cryptostroma corticale) tritt verstärkt nach heißen, trockenen Sommern auf – ein Pilz, der unter der Rinde wächst und sie großflächig abplatzen lässt. Das Foto stammt übrigens aus Duisburg – die Krankheit ist in NRW angekommen.

  • Welke Kronenpartien, Schleimfluss am Stamm
  • Abplatzende Rinde mit schwarzen, rußartigen Sporenbelägen
  • Rasches Absterben einzelner Stämmlinge oder des ganzen Baums

Wichtig: Die Sporen können beim Einatmen eine Entzündung der Lungenbläschen auslösen. Befallene Bäume nicht selbst bearbeiten – Fällung und Entsorgung erfolgen durch Fachpersonal mit Atemschutz, idealerweise bei feuchter Witterung.

Rußrindenkrankheit an einem Ahorn: abgeplatzte Rinde mit schwarzen Sporenlagern

Massaria-Krankheit

Betroffene Bäume: Platanen

Die Massaria-Krankheit (Splanchnonema platani) befällt Platanen und lässt einzelne Äste überraschend schnell absterben – oft innerhalb weniger Monate.

  • Rosa- bis violettfarbene, später schwarze Verfärbung auf der Astoberseite
  • Absterbende Äste im unteren und mittleren Kronenbereich
  • Rasche Holzzersetzung: befallene Äste brechen ohne Vorwarnung

Wichtig: Da die Verfärbung auf der Astoberseite liegt, ist sie vom Boden aus praktisch nicht zu erkennen. Platanen an Straßen, Parkplätzen und Spielplätzen sollten deshalb regelmäßig aus der Nähe – per Hubarbeitsbühne oder Seilklettertechnik – kontrolliert werden.

Abgebrochene Platanenäste mit schwarzer Verfärbung durch die Massaria-Krankheit

Kastanien­miniermotte

Betroffene Bäume: Rosskastanien

Die Larven der Kastanienminiermotte (Cameraria ohridella) fressen Gänge („Minen“) in die Blätter weißblühender Rosskastanien.

  • Ab Juni braune, trockene Flecken zwischen den Blattadern
  • Vorzeitiger Laubfall, oft schon im Hochsommer
  • Jährlich wiederkehrender Befall schwächt den Baum zunehmend

Was hilft: Falllaub im Herbst konsequent entfernen und nicht kompostieren – darin überwintern die Puppen. Ein geschwächter Baum wird anfälliger für Folgekrankheiten; eine fachliche Vitalitätskontrolle gibt Sicherheit.

Braun verfärbtes Laub von Rosskastanien durch die Kastanienminiermotte

Pilze & Fäule

Betroffene Bäume: grundsätzlich alle Arten

Hallimasch, Brandkrustenpilz, Zunderschwamm & Co. zersetzen das Holz im Inneren des Baums – oft über Jahre unbemerkt, während die Krone noch vital wirkt.

  • Pilzfruchtkörper (Konsolen) an Stammfuß, Stamm oder Wurzelanläufen
  • Höhlungen, Risse, abplatzende Rinde, Saftfluss
  • Totholz und schütter werdende Krone als Spätzeichen

Wichtig: Ob ein Baum trotz Pilzbefall noch stand- und bruchsicher ist, lässt sich von außen nicht beurteilen. Genau dafür gibt es die Bohrwiderstandsmessung mit dem IML-RESI PowerDrill®: Sie zeigt Restwandstärken und Fäulen objektiv.

Zunderschwamm-Konsolen am Stamm einer Buche
Unsicher, was Ihrem Baum fehlt?
Wir schauen uns das an – fachlich, ehrlich und mit dem Ziel, den Baum zu erhalten. Kostenlose Erstberatung für Solingen und das Bergische Land:

→ Kontaktformular  ·  Telefon: 0170 8656641

Hinweis: Diese Übersicht ersetzt keine Untersuchung vor Ort. Bei akuten Gefahren – etwa hängenden Ästen oder stark geneigten Bäumen – rufen Sie uns bitte direkt an.